Am Wochenende steigt in Bahrain das Saisonfinale der FIA WEC. Beim 6-Stunden-Rennen geht es für Eat the Ball Athlet Dominik “Dodo” Kraihamer und seinem Team REBELLION Racing um den Vizemeistertitel in der LMP1-L. Vor dem Start ins Saisonfinale stand uns Dodo noch Rede und Antwort.

Hallo Dodo. Eine lange FIA WEC Saison biegt in die Zielgerade. Mit dem letzten Saisonrennen in Bahrain geht eine abwechslungsreiche Saison zu Ende. Welche Ziele hast Du Dir für das Saisonfinale gesteckt?

Dodo Kraihamer: Ich gehe mit einem ganz klaren Ziel ins Saisonfinale in Bahrain: ein Sieg. Da uns heuer leider des Öfteren die Technik im Stich gelassen hat, wäre es Balsam für unsere Seelen und die unserer Crew diese lange Saison mit einem Sieg in der LMP1-L beenden zu können. Aus Erfahrung ist mir bewusst wie viele Faktoren da zusammenspielen, aber ich bin sehr guter Dinge, dass die technischen Schwierigkeiten der letzten Rennen ausreichend analysiert und behoben werden konnten.

Für Dich geht es in Bahrain noch um den Vizemeistertitel in der LMP1-L-Klasse. Wie gut stehen die Chancen, dass Du diesen Titel erreichen kannst?

Dodo Kraihamer: Die Chancen sind auf jeden Fall intakt. Nachdem unser Schwesternauto mit der Nummer 12 durch unseren Ausfall im letzten Rennen die Weltmeisterschaft vorzeitig gewinnen konnte, konzentriert sich das Team nun zu 100% darauf, uns auf Platz 2 in der Gesamtwertung zu bringen. Wie aus den letzten paar Rennen ersichtlich, sollte das auf Seiten der Performance gut machbar sein, es gilt also speziell die Technik gut im Griff zu haben.

Du hast statt Daniel Abt einen neuen Teamkollegen: Der junge Schweizer Mathéo Tuscher sitzt mit Dir im R-One mit der Nummer 13. Wie hat er sich bei seinem ersten Auftritt in Shanghai geschlagen?

Dodo Kraihamer: Daniel wurde durch Mathéo sehr kurzfristig ersetzt, darum war das für den jungen Burschen keine einfache Situation. Er hat sich von Anfang an als sehr wissbegierig gezeigt und hat die Fähigkeit, ihm gegebene Information relativ schnell praktisch umzusetzen. Das ist eines der wichtigsten Kriterien um sich möglichst schnell in einem neuen, unbekannten Umfeld zurecht zu finden! Mathéo hat während des Rennens einen super Job gemacht. Er hat den Verkehr durch die Autos der langsameren Kategorien sehr gut gemeistert, ist dabei tolle Rundenzeiten gefahren. Ich denke, wenn er so weitermacht, wird er noch einiges erreichen können im Langstrecken-Motorsport.

Ihr wurdet immer wieder von technischen Problemen zurückgeworfen: Wie zuversichtlich bist Du, dass in Bahrain alles rund läuft mit deinem R-One?

Dodo Kraihamer: Wie schon vorhin erwähnt, wurde nach dem Motorschaden im letzten Rennen der ganze Motor ausgebaut, nach England zur Analyse geschickt und dann dementsprechend modifiziert. Alle Jungs im Team arbeiten unglaublich hart um uns eine zuverlässige Basis zu schaffen und in Betracht aller technischen Probleme, die wir heuer hatten, sollten wir mittlerweile mehr oder weniger alle Komponenten des Autos zumindest einmal ausgebaut und durch eine neue ersetzt haben. Irgendwann muss dann auch mal Schluss sein! * Auch in Shanghai hast Du eine Hochschaubahn der Gefühle erlebt – wie hast Du das Rennen weggesteckt?*

Dodo Kraihamer: Nachdem die Trainings und das Qualifying für uns zum ersten Mal heuer reibungslos verliefen, traten im Rennen nach und nach kleinere technische Defekte auf die uns am Sieg hinderten, ganz zu Schweigen vom Motorschaden 1:30 Minuten vor Schluss des 6 Stunden Rennens, welcher uns die Möglichkeit der Zieldurchfahrt zur Gänze ausschlug. Natürlich waren die ersten paar Stunden nach dem Rennen geprägt von Frust und Wut, aber im Endeffekt hilft das nicht weiter. Da gilt es sich hinzusetzen, die Geschehnisse professionell zu reflektieren und daraus wichtige Schlüsse für die Zukunft zu ziehen. Solange man sich als Fahrer nicht vorwerfen kann nicht alles gegeben zu haben, gilt es das Rennen abzuhaken und sich zur Gänze auf kommende Herausforderungen zu konzentrieren.

Werfen wir schon einen Blick ins Jahr 2016: Wie weit fortgeschritten sind Deine Planungen für die kommende Saison?

Dodo Kraihamer: Im Moment konzentriere ich mich zu 100% auf das Rennen in Bahrain, danach werde ich mich niedersetzen und diverse Angebote bzw. Möglichkeiten für das nächste Jahr ansehen. Soweit es mir kommuniziert wurde, ist das Team sehr zufrieden mit meiner bisherigen Entwicklung und würde auch gerne die nächste Saison mit mir weiterarbeiten, aber da gilt es dann die Konditionen auszudiskutieren. Ich fühle mich bei Rebellion sehr wohl und stehe, trotz der teils massiven technischen Problemen, voll und ganz hinter diesem Rennstall, jedoch weiß man nicht, was sich noch so ergeben könnte über den Winter. Wir werden sehen. * Dodo, wir wünschen Dir viel Glück für das Saisonfinale. Wir drücken Dir die Daumen!*

Danke euch vielmals für die tolle Unterstützung während dieser Saison, ihr seid die Besten!